Das ist mein siara hamara (rotes Auto)! – Doppelte Sprache, doppelte Kultur – doppelte Benachteiligung

Zukunftsaufgabe Flüchtlingskinder

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stellen unser Bildungssystem seit Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Ihre wachsende Zahl im Zuge des Flüchtlingszuzugs lässt auch die Herausforderungen weiter anwachsen. Der Workshop gibt einen Überblick über aktuelle Ansätze der Migrationspädagogik, eine Einführung in Deutsch als Fremdsprache sowie Einblick in die Sprachförderung von Migrantenkindern. Es besteht die Möglichkeit zur Diskussion konkreter Praxisfälle.

Termin:  07. November 2020, 08.30 bis 13.30 Uhr

Kinder von Flüchtlingen und Asylsuchenden sind häufig durch negative oder traumatische Erfahrungen geprägt. Ihre problematischen Lebensumstände verwehrten den meisten von ihnen altersgemäße Entwicklungsbedingungen, ein beständiges Umfeld, materielle und emotionale Sicherheit. Im Gastland warten meist bessere Bedingungen, aber auch neue Hürden – besonders jene, sich zwischen verschiedenen Kulturen und Sprachen zurechtzufinden oder entscheiden zu müssen. Die Familie erwartet in der Regel die Übernahme der Herkunftskultur, das Gastland eine rasche und reibungslose Eingliederung in die eigene Kultur. Für das einzelne Kind ergibt sich hieraus ein innerer Konflikt, der psychischen Stress und auf Dauer eine Überforderung bedeutet, die sich an Leistungsschwäche, Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Problemen bemerkbar macht. Stress und Überforderung kennzeichnen aber auch die „andere“ Seite – etwa die Berufsgruppen, die Migrantenkinder pädagogisch betreuen und sozialisieren sollen. Sie sind in der Regel viel zu wenig auf die Problematiken und Bedürfnisse der Flüchtlingskinder vorbereitet. Grundkenntnisse der Flüchtlings- und Migrationspädagogik, der Entwicklungspsychologie von Flüchtlingskindern und ihrer Familien, Kenntnisse in interkultureller Arbeit sowie der Besonderheiten des doppelten Spracherwerbs sind unverzichtbare Voraussetzungen für einen erfolgreicheren Umgang miteinander. Migrantenkinder werden auch künftig Teil unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit sein. Sie könnten für unsere Gesellschaft von größtem Wert werden, wenn wir es schaffen, sie auf eine angemessene Weise zu integrieren.

Entspricht Modul 2.1. des Fortbildungskonzeptes

Referent: Herr Dr. Thomas Fritzsche, Dipl.Pädagoge


Kursdetails

Zielgruppe:
Erzieher/innen, Kindertagespflegepersonen, Integrationshelfer/innen, pädagogische Fachkräfte.
keine besonderen Voraussetzungen
Kursdauer:
6 Unterrichtsstunden
Teilnahmegebühr:
€ 45,  pro Teilnehmer inkl. Getränke

Lehrmethoden

Referentenvortrag, Diskussion, Erfahrungsaustausch

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Heike Zielske
Fon: 03831 477 360
heike.zielske@hdw-bildungszentrum.de