
Neue Termine!
weiterlesen ...
Start 17. Juni 2013
weiterlesen ...
Start 24. Juni 2013
weiterlesen ...
Start 1. Juli 2013
weiterlesen ...
Start 1. Juli 2013
weiterlesen ...
Start 18. September 2013
weiterlesen ...
20. Juni 2012, Stralsund
Am heutigen Mittwoch, dem 20. Juni 2012 fand beim Amtsgericht Stralsund die entscheidende Gläubigerversammlung zur Abstimmung über den vom Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Jörg Sievers vorgelegten Insolvenzplan statt. Die zahlreich erschienenen Gläubiger stimmten dem Plan mit den erforderlichen Mehrheiten zu. Das Amtsgericht Stralsund muss nun die Entscheidung der Gläubigerversammlung noch durch einen Beschluss bestätigen. Dieser Beschluss wird am Montagvormittag vom Gericht verkündet. Damit ist nunmehr der Weg aus dem Insolvenzverfahren hinaus endgültig frei. Das Unternehmen kann ab dem 1. Juli 2012 wieder frei und unabhängig agieren. Sämtliche 24 Arbeits- und 25 Ausbildungsplätze konnten erhalten werden. Nahezu alle laufenden Projekte und Maßnahmen konnten fortgeführt werden. Darüber hinaus gelang es, im Laufe des Insolvenzverfahrens weitere Maßnahmen und Projekte zu akquirieren.
Die Geschäftsführung des Hauses der Wirtschaft gGmbH, einem regionalen Bildungsträger mit Sitz in Stralsund, sah sich aufgrund der sich abzeichnenden Krise im Bildungsbereich gezwungen, im Juni 2011 einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Geschäftsführung in Gestalt von Herrn Ralf Giebener hatte bereits im Jahre 2010 erste Anstrengungen unternommen, die gemeinnützige GmbH zu sanieren. Obwohl bereits erste Maßnahmen getroffen wurden und Kosten gesenkt werden konnten, musste man jedoch im Verlauf feststellen, dass die Liquidität des Unternehmens nicht ausreichen würde, um die lange Phase der Sanierung durchzustehen. Letztlich musste auch den plötzlichen und für die Branche überraschenden Folgen der politischen Entscheidung, das Ausbildungsprogramm Ost zwei Jahre vor dem eigentlich geplanten Ende zu beenden, Tribut gezollt werden. Im Rahmen dieses Programmes hatte das HdW in der Vergangenheit bis zu 800 Auszubildende beschäftigt. Zum Zeitpunkt der Antragsstellung waren noch 86 Ausbildungsverhältnisse im Bestand.
Unmittelbar nach Insolvenzantragsstellung entschied der seinerzeit noch vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Sievers gemeinsam mit Herrn Giebener in Abstimmung mit dem Insolvenzgericht, dass das Unternehmen aufgrund der vorliegenden Auftragslage vollumfänglich fortgeführt werden sollte. Rechtsanwalt Sievers: „Die Entscheidung ist mir nicht zuletzt deshalb um so leichter gefallen, als aus verschiedenen Gesprächen mit Geschäftspartnern und Branchenkennern schnell klar wurde, dass das Haus der Wirtschaft in der Region eine hohe Akzeptanz als Bildungsträger genoss.“ In diversen Gesprächen und Verhandlungen mit interessierten Investoren kristallisierte sich dann eine Lösung mit einem neuen Partner aus dem Bereich der privaten Bildungsträger heraus. Mit der Schöll AG fand sich der ideale Partner für die Umsetzung der weiterentwickelten Sanierungspläne. Die Schöll AG war nicht nur bereit, wesentliche Geschäftsanteile der Gesellschaft zu erwerben, sondern brachte auch die nötigen Finanzmittel mit in das Unternehmen, um dieses in die Lage zu versetzen, sich am Markt weiter zu entwickeln.
Die Schöll AG, als bundesweit agierendes Bildungsunternehmen mit Schwerpunkt in der hochwertigen IT-Ausbildung, will einerseits die nordöstlichen Regionen für sich erschließen, andererseits das Know-how und die Erfahrungen des Hauses der Wirtschaft auch an seinen anderen Standorten einfließen lassen. Beide Unternehmen können sich hier gegenseitig befruchten, da sie jedenfalls im Kerngeschäft in der Vergangenheit unterschiedliche Marktsegmente ansprachen. Aufgrund des vorgelegten Sanierungsplanes konnten die Gläubiger in der heutigen Versammlung überzeugt werden, durch Zustimmung zum Insolvenzplan einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung zu leisten. Im Zuge der Umsetzung dieses Planes wird eine Quote in Höhe von voraussichtlich ca. 30 % an die Gläubiger ausgezahlt werden können.
Der Insolvenzverwalter legt Wert darauf, festzustellen, dass die erfolgreiche Fortführung des Unternehmens über einen Zeitraum von nunmehr fast einem Jahr ohne das deutlich überdurchschnittliche Engagement der Mitarbeiter, insbesondere der Geschäftsführung, nicht möglich gewesen wäre. Gleiches gilt für die Dienstleister und Lieferanten, insbesondere die DKB Bank, die dem Unternehmen auch in den schwierigen Zeiten im Vorfeld und zu Beginn des Insolvenzverfahrens die Treue gehalten haben. Dieser große Einsatz wäre vergeblich gewesen, wenn nicht auch die Vertragspartner des Hauses aus der freien Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit/Jobcenter dem Unternehmen zur Seite gestanden hätten.
Jörg Sievers Ralf Giebener Udo Schöll
Rechtsanwalt Geschäftsführer Vorstand Schöll AG
Insolvenzverwalter